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8.2.2.3 Steinzugversagen

Die Versagensart Steinzugversagen tritt im Vergleich zu Reibungsversagen dann ein, wenn eine größere Auflast vorhanden ist. Diese erzeugt einen größeren Reibungswiderstand in der Lagerfuge und erhöht damit die Scherfestigkeit in der Fuge. Aufgrund der gleichzeitigen Wirkung von Normalspannungen und Schubspannungen in der Lagerfuge oberhalb und unterhalb des Steins, treten innerhalb des Einzelsteins schiefe Hauptspannungen auf, die bei Überschreiten der Zugfestigkeit des Steins Steinzugversagen verursachen. Dabei wird entsprechend dem Modell nach Mann/Müller keine Übertragung von Schubspannungen in den Stoßfugen berücksichtigt.

Das Versagensbild (s. Bild 8-7) ist gekennzeichnet von näherungsweise diagonal bis zu vertikal verlaufenden Rissen. In der Regel entstehen mehrere über die Wandlänge verteilte Risse, die sich in Wandhöhenmitte konzentrieren.

Mauerwerkslehre
Bild 8-7: Versagen der Mauersteine auf Zug bei einer Scheibenbeanspruchung