Skip to main content

3.2.4 Schnee

Abgesehen von Wind sind als weitere veränderliche Einwirkungen Schneelasten zu berücksichtigen. Diese werden für Bauwerksstandorte unterhalb von 1500 m über NN nach DIN EN 1991 1 3/NA ermittelt, wobei sie als statisch wirkend betrachtet werden können. Eine geografische Abgrenzung der Schneelastzonen sowie Angaben für höher liegende Bauwerke finden sich beim Deutschen Institut für Bautechnik unter www.dibt.de.

Mauerwerkslehre
Bild 3-5: Karte der Schneelastzonen für die Bundesrepublik Deutschland nach [5]

Tabelle 3-9: Charakteristischer Wert der Schneelast auf dem Boden nach [5]

Zone

Charakteristischer Wert der Schneelast auf dem Boden in kN/m²

1

Sk=0,19+0,91⋅((A+140)/760)2 ≥0,65

1a

Sk=1,25⋅(0,19+0,91⋅((A+140)/760)2) ≥0,81

2

Sk=0,25+0,91⋅((A+140)/760)2 ≥0,85

2a

Sk=1,25⋅(0,25+0,91⋅((A+140)/760)2) ≥1,06

31)

Sk=0,31+2,91⋅((A+140)/760)2 ≥1,10

A Geländehöhe über dem Meeresniveau in m

1) In Zone 3 können für bestimmte Lagen (z.B. Oberharz, Hochlagen des Fichtelgebirges, Reit im Winkl, Obernach/Walchensee) höhere Werte als nach der oben angegebenen Gleichung maßgebend sein. Angaben über die Schneelast in diesen Regionen sind bei den zuständigen Stellen einzuholen.

In DIN EN 1991-1-3/NA werden für Deutschland insgesamt fünf Schneelastzonen definiert (s. Bild 3-5). Je nach Gebiet berechnet sich die charakteristische Schneelast auf dem Boden in Abhängigkeit von der Geländehöhe nach den Gleichungen in Tabelle 3-9. Um die charakteristische Schneelast auf dem Dach s zu erhalten, muss die Schneelast auf dem Boden noch nach Formel (3.15) mit verschiedenen Beiwerten multipliziert werden. Dieser Wert wird dann in den ständigen und veränderlichen Bemessungssituationen in Ansatz gebracht. Die Schneelast auf dem Dach wirkt dabei immer senkrecht nach unten auf die horizontale Projektionsfläche des Daches bezogen.

Gleichung 3.15

mit

μi   Formbeiwert der Schneelast
Ce   Umgebungskoeffizient
Ct   Temperaturkoeffizient
sk   charakteristische Schneelast auf dem Dach

Der Formfaktor μi berücksichtigt die Dachform und -neigung und kann für Flach- und Pultdächer Tabelle 3-10 entnommen werden. Schneeverwehungen oder -anhäufungen werden hiermit jedoch ausdrücklich nicht berücksichtigt und müssen zusätzlich angesetzt werden. Der Umgebungs- und der Temperaturkoeffizient sind gemäß Nationalem Anwendungsdokument mit 1,0 anzusetzen.

Tabelle 3-10: Formbeiwerte μ1 und μ2 für Flach-, Pult- und Satteldächer nach [5]

Formbeiwert

Dachneigung a

0° ≤ a ≤ 30°

30° < a < 60°

a ≥ 60°

m1

μ1(0o)≥ 0,8

μ1(0o)⋅((60-α)/30o)

0

m2

0,8

0,8⋅((60-α)/30o)

0

mit μ1(0o)= 0,8

Die Formbeiwerte gelten, wenn der Schnee ungehindert vom Dach abrutschen kann. Wird das Abrutschen behindert (z.B. durch Schneefanggitter, Brüstungen o. Ä.) ist der Formbeiwert mit m = 0,8 anzusetzen.

Eine Besonderheit ist im „Norddeutschen Tiefland“ zu beachten. Hier muss die Schneelast zusätzlich als ein außergewöhnlicher Lastfall betrachtet werden, bei dem der charakteristische Wert mit dem Faktor Cesl = 2,3 multipliziert wird.