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2.2.1 Allgemeines

Mauerwerk ist ein Verbundbaustoff bestehend aus Mauersteinen und Mörtel mit entsprechenden mechanischen Stoffeigenschaften. Die Eigenschaften eines Mauerwerksbauteils (z.B. Wand) ergeben sich aus den Stoffeigenschaften, der Geometrie des Bauteils und dem Zusammenwirken mit anderen Bauteilen. Des Weiteren werden zur Beurteilung der Mauerwerkstragfähigkeit die Verformungseigenschaften (z.B. Spannungs-Dehnungs-Linie, Elastizitätsmodul) benötigt.

Für die Bemessung von Mauerwerk ist die Kenntnis folgender mechanischer Stoffeigenschaften erforderlich, die nach genormten Prüfverfahren bestimmt werden:

  • Steindruck- und –zugfestigkeit
  • Mörteldruckfestigkeit
  • Druckfestigkeit des Mauerwerks
  • Haftscherfestigkeit des Mauerwerks
  • Biegefestigkeit parallel und senkrecht zur Lagerfuge des Mauerwerks
  • Verformungseigenschaften des Mauerwerks

Obwohl Mauerwerk auch eine gewisse Zugfestigkeit senkrecht zur Lagerfuge besitzt, wird diese in der Regel bei der Bemessung nicht in Rechnung gestellt.

Das allgemeine Tragverhalten des Mauerwerks unter Druckbeanspruchung ist in Bild 2-3 dargestellt. Hierbei ist entscheidend, dass im Allgemeinen die größere Querverformung des Mörtels zu Querzugspannungen im Stein führt. Das Druckversagen von Mauerwerk wird daher neben der Druckfestigkeit des Mörtels auch von der Steinzugfestigkeit beeinflusst, welche wiederum von der Steindruckfestigkeit abhängt.

Mauerwerkslehre Mauerwerk unter Druckbeanspruchung
Bild 2-3: Mauerwerk unter Druckbeanspruchung [20]