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10.4 Ausbildung der Deckenauflager

Bei der Ausführung der Deckenauflager sind verschiedene Detailpunkte und konstruktive Anforderungen zu beachten. Insbesondere bei Wänden mit teilaufliegender Decke müssen die konstruktiven Regeln nach DIN EN 1996/NA eingehalten werden.

Wiederkehrende Verformungen von Stahlbetondecken durch unterschiedliche Bauteiltemperaturen (Sommer/Winter), das einmalige Schwinden im Zuge der Austrocknung sowie Verdrehungen im Bereich von Endauflagern bei großen Deckenspannweiten führen zu Spannungen in der Konstruktion. Werden diese Spannungen bei der Planung und Ausführung nicht ausreichend berücksichtigt, führt dies nicht selten zu Rissen an den Wänden. Risse an den Decken sind dagegen selten festzustellen.

Bei großen Deckenspannweiten kommt es insbesondere im Bereich der Endauflager von Decken zu großen Verdrehungen der horizontalen Tragglieder. Daraus ergibt sich eine exzentrische Lasteinleitung in die Mauerwerkswand, die nicht nur zu einer Traglastminderung führt, sondern auch Rissbildungen und Abplatzungen verursachen kann. Sind die Randbedingungen für die Anwendung des vereinfachten Berechnungsverfahrens nach DIN EN 1996-3/NA nicht eingehalten (z.B. Stützweite lf > 6 m) oder führen die Lastexzentrizitäten zu großen Traglastminderungen (z.B. bei der obersten Geschossdecke), können entsprechende konstruktive Maßnahmen zur Zentrierung des Deckenauflagers am Wandkopf genutzt werden, wobei entsprechende Einflüsse auf die Konstruktion zu beachten sind (z.B. Knicklänge, Übertragung horizontaler Lasten zur Gebäudeaussteifung etc.).

Bei größeren planmäßigen Ausmitten, z.B. Dachdecke mit wenig Auflast oder Decken mit großer Spannweite, sollte zur Verringerung der Biegebeanspruchung, die Lasteinleitung der Stahlbetondecken entsprechend zentriert werden.

Mögliche Maßnahmen zur Zentrierung der Lasteinleitung sind:

  • Einbau von Verformungslagern (Zentrierlager)
  • Zentrierstreifen

Zu beachten ist beim Einbau von Zentrierlagern jedoch, dass in der Mitte des Wandquerschnitts die konzentrierte Lasteinleitung mit dem Nachweis der Teilflächenpressung zusätzlich nachzuweisen ist. Zudem entsteht durch den Einbau von Zentrierlagern ein annähernd gelenkiges Deckenauflager, so dass die Auswirkungen auf das statische System und die Knicklänge zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus dürfen Zentrierungen lediglich am Wandkopf und nicht am Wandfuß angeordnet werden.

Werden Maßnahmen zur Zentrierung der Lasteinleitung von Decken vorgesehen, darf auch bei Stützweiten von mehr als 6 m das vereinfachte Berechnungsverfahren nach DIN EN 1996-3/NA angewendet werden. Dabei ist durch konstruktive Maßnahmen zu berücksichtigen, dass die sich einstellenden Deckenverdrehungen auch am Wandfuß zu keinen Schäden führen.

In Bild 10-7 und Bild 10-8 sind Beispiele zum konstruktiven Aufbau eines Wand-Decken-Knotens einer Geschossdecke sowie einer Dachdecke dargestellt.

Mauerwerkslehre
Bild 10-7: Beispielhafter Aufbau eines Wand-Decken-Knotens: links: monolithische Wand; rechts: einschalige Wand mit Wärmedämmung
Mauerwerkslehre
Bild 10-8: Beispielhafter Aufbau eines Wand-Dachdecken-Knotens: links: monolithische Wand; rechts: einschalige Wand mit Wärmedämmung